Exkursion der 11. Klassen nach München
Grüß Gott und Servus!
Kurz vor den Sommerferien haben wir uns auf den Weg nach München gemacht. Nach einigen Schwierigkeiten bei der Anreise erfuhren wir bei einer interessanten Stadtführung, welche Rolle die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus spielte. Nach dem Abendessen machten wir uns auf dem Weg zum Residenztheater, wo wir uns das Stück „Der zerbrochene Krug“ von Kleist angesehen haben. Nach anfänglicher Skepsis, wie
spannend ein zweihundert Jahre altes Stück sein könnte, waren wir überrascht, darüber, dass patriarchale Machtstrukturen und die Unterdrückung sowie der Missbrauch von Frauen leider nicht nur ein Phänomen der Neuzeit sind.
Am zweiten Tag waren wir in zwei Gruppen unterwegs. Zusammen mit Herrn Falck und Herrn Göhringer erkundeten wir das Deutsche Museum. Neben spannenden Informationen über Luftfahrt und die legendäre Chiffriermaschine Enigma wurde uns auch klar, welche Rolle der Elon Musk des 15. Jahrhundert, nämlich Johannes Gutenberg, hatte, indem er mit seiner Erfindung die ganze Welt revolutionierte.
Zusammen mit Frau Lendrich tauchte die andere Gruppe in die barocken Gemächer des Schlosses Nymphenburg ein. Vor allem unsere Schlossexpertin Judith, die uns durch das alte Anwesen geführt hat, schaffte es mit ihrer liebevollen Art und ihrer witzigen sowie fesselnden Sprache uns die Geschichte des Schlosses näherzubringen. So wissen wir jetzt, dass es auf Partys früher nach Ambra gerochen hat, einem seltenen, tierischen Inhaltsstoff aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen, der jahrelang im Meer treibt und dadurch seinen edlen Duft annimmt.
Nach diesen Einblicken in Kultur und Technik besuchten wir am Nachmittag alle zusammen die Gedenkstätte KZ Dachau. Wir sahen das Eingangstor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ und rekonstruierte Baracken. Besonders bedrückend war der Besuch des Krematoriums, wo aus den abstrakten Zahlen und Inhalten des Unterrichts plötzlich grausame Realität wurde. Der Ort hat uns gezeigt, wohin Hass und Rassismus führen können und wie wichtig es ist, für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz einzustehen.
Nach diesem bedrückenden Besuch ließen wir den Abend auf einem Kultur- und Foodfestival ausklingen und feierten Augustins Geburtstag.
Am dritten Tag erkundeten wir auf eigene Faust die Münchner Innenstadt. Manche besuchten den Marienplatz, andere die Frauenkirche und wieder
andere schauten den Surfern auf der Eisbachwelle zu.
Insgesamt waren die Tage für alle eine intensive Reise durch die Zeit, die uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Wir haben gelacht, geredet, geschwiegen und viel gelernt.
ML







