Grundlagen

Ziele


Der Informatik-Unterricht in der Thüringer Oberstufe bietet durch die Auswahl der Themenbereiche und die Anregungen zum fächerübergreifenden Arbeiten gute Möglichkeiten, Verbindungen zwischen Natur-, Geistes- und Technikwissenschaften zu erschließen. Der Informatik-Unterricht leistet dabei seinen Beitrag zum Abbau von Technikdistanz.

Bei der Formulierung der Ziele und Inhalte des Informatik-Unterrichts wird bewusst auf die Darstellung geschlechterspezifischer und ethnisch bedingter Unterschiede verzichtet. Damit werden diese Unterschiede jedoch nicht geleugnet. Sie sind vielmehr im Unterricht in eigener Verantwortung der Lehrer zu beachten. Dies betrifft z. B. das unterschiedliche Herangehen beim Bearbeiten komplexer Probleme. Darüber hinaus erbringt der Informatik-Unterricht einen Beitrag bei der Umsetzung des fächerübergreifenden Themas Berufswahlvorbereitung.

Kompetenzen und Leitlinien


Sachkompetenz:
Die Schüler erwerben Kenntnisse zu Prinzipien und Methoden der Fachwissenschaft Informatik, wie zum Beispiel Modellbildung, Modularisierung und Strukturierung. Sie entwickeln Fähigkeiten zur Problemlösung durch Anwendung von Werkzeugen und Verfahren der Informatik. Die Schüler gewinnen grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten zum Erschließen, zum Austausch und zur Verarbeitung von Information mit modernen Informations- und Kommunikationssystemen. Sie wissen, dass es Probleme gibt, die sich mit einem Computer nicht oder nur schlecht bearbeiten lassen.

Methodenkompetenz:
Die Schüler können Methoden der modernen Softwareentwicklung beim Bearbeiten von Problemen anwenden. Sie sind in der Lage, geeignete Informatiksysteme zur Problemlösung auszuwählen und situationsgerecht einzusetzen. Die Schüler planen und organisieren den Problemlösungsprozess, können Arbeitsergebnisse dokumentieren und präsentieren. Auch das Fach Informatik trägt dazu bei, dass die Schüler befähigt werden, notwendiges Wissen fächerübergreifend zu erschließen und zu nutzen.

Sozialkompetenz:
Beim Bearbeiten von Problemen vertiefen die Schüler ihre Strategien zum gemeinsamen Lernen und Arbeiten mit einem Partner oder in einer Gruppe. Dies trifft besonders auf die handlungsorientierte Auseinandersetzung mit fachlichen und fächerübergreifenden Inhalten in den Projektarbeiten zu. Die Schüler sind in der Lage, Verantwortung für die gemeinsame Arbeit und für die Präsentation der Ergebnisse
wahrzunehmen.

Selbstkompetenz:
Die Schüler gewinnen die Einsicht, dass die umfassende Anwendung der Informations- und Kommunikationstechniken vielschichtige Auswirkungen auf unser Leben hat und dass sich daraus eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen, der Gesellschaft und der Natur begründet. Die Schüler erkennen ihre besondere Verantwortung bei der planvollen und ausdauernden Arbeit mit einem Partner oder in einer Gruppe. Sie sind in der Lage, eigene Arbeitsergebnisse kritisch zu werten. Die aufgeführten Kompetenzen werden mit den folgenden Leitlinien konkretisiert.

Leitlinie: Umgang mit Information
Die Schüler sollen

  • Verständnis für informationelle Modelle und Prozesse in Natur, Technik und Gesellschaft entwickeln und wesentliche Merkmale von Information erkennen,
  • computergestützte Kommunikationsnetze als Bestandteil soziotechnischer Systeme erkennen und nutzen,
  • Digitalisierung und binäre Codierung als Prinzipien technischer Informationsverarbeitung erkennen und
  • die Gewährleistung der Sicherheit der Daten als eine Grundvoraussetzung für die Informationsverarbeitung begreifen.


Leitlinie: Wirkprinzipien von Informatiksystemen
Die Schüler sollen

  • den Aufbau und die Wirkungsweise von Informatiksystemen in ihrer Einheit von Hard- und Software kennen,
  • Computer als universelle informationsverarbeitende Maschinen verstehen und die Programmierbarkeit als zentrales Prinzip erkennen,
  • die in der Schule vorhandenen Informatiksysteme entsprechend den konkreten Aufgabenstellungen nutzen können und
  • die Fähigkeit erwerben, sich selbstständig in die Nutzung von Informatiksystemen einzuarbeiten.


Leitlinie: Problemlösen mit Informatiksystemen
Die Schüler sollen

  • Probleme mit Methoden der Informatik lösen können,
  • Modellbildung als ein zentrales Element des Problemlösens mit Informatiksystemen erkennen,
  • zur Lösung von Problemen adäquate Werkzeuge auswählen und anwenden können,
  • Problemlösungen hinsichtlich ihrer Relevanz, Korrektheit und Effizienz beurteilen können,
  • prinzipielle Grenzen der Formalisierbarkeit und Berechenbarkeit kennen und
  • befähigt sein, kreativ, selbstkritisch, zielstrebig und im Team an Problemlösungen zu arbeiten.


Leitlinie: Auswirkungen der Informatik auf Individuum und Gesellschaft
Die Schüler sollen

  • einen Einblick in die historische Entwicklung von Informatiksystemen erhalten,
  • gesellschaftlich bedeutsame Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechniken an Beispielen darstellen können,
  • informationelle Selbstbestimmung als Grundrecht verstehen und deshalb mit personenbezogenen Daten sachgerecht und sozial verantwortlich umgehen und
  • Chancen und Risiken des Einsatzes komplexer Informatiksysteme erkennen und zu deren verantwortungsvollem Anwenden bereit sein.